Knappe Angebotslage treibt Ölpreise an,

An den Ölmärkten bleibt die Angebotslage angespannt und so legten die börsengehandelten Rohölpreise gestern eine Rallye hin, die sie auf den höchsten Stand seit Anfang August beförderte. Neben den grundsätzlichen geopolitischen Verwerfungen stützen neue gewaltsame Ausschreitungen im ölreichen Libyen sowie die Aussicht auf eine neuerliche Förderkürzung der OPEC.

Neue OPEC-Förderkürzungen?
Letztere hatte der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman in der letzten Woche ins Spiel gebracht und sofortige Unterstützung der meisten Partnerländer erhalten. Erst diesen Monat läuft das letzte Kürzungsabkommen, das zu Beginn der Corona-Pandemie geschmiedet worden war und dem massiven Preisverfall entgegenwirken sollte, ausgelaufen.

Saudi-Arabien, der größte und wichtigste Produzent der OPEC, ist allerdings der Meinung, dass auch in der aktuellen Lage Produktionsbeschränkungen sinnvoll wären – vor allem, wenn es ein neues  Atomabkommen mit dem Iran geben wird. Über ein solches wird seit Anfang 2021 zäh gerungen, doch nun könnte es tatsächlich so aussehen, als würden die Vertragspartner (allen Voran Iran und USA), eine Einigung finden.

Atomabkommen könnte doch noch klappen
Teheran prüft in dieser Woche die Antwort der US-Regierung auf den von den EU-Vermittlern vorgelegten Vertragstext und wenn es keine größeren Einwände geben sollte, könnte es womöglich doch noch zu einem neuen Abkommen und in Folge wieder zu steigenden Exportmengen aus dem Iran kommen. Diese waren in den letzten Jahren wegen strenger US-Sanktionen massiv eingeschränkt  gewesen.

Eine Rückkehr dieser iranischen Mengen würde der aktuellen Unterversorgung am Ölmarkt zwar Abhilfe schaffen, doch wenn die OPEC im Gegenzug ihre Produktionsmengen wieder drosselt, dürfte sich der Effekt in Grenzen halten. Zudem ist unklar, ob es tatsächlich zu einem Abkommen kommt, denn es ist nicht das erste Mal, dass eine Einigung zum Greifen nahe schien und dann doch wieder platzte. Auch könnte es durchaus noch eine ganze Weile dauern, bis ein neuer Deal implementiert ist und auch die Sanktionen aufgehoben werden.

Damit bleibt die Ausgangslage an den Ölbörsen erst einmal bullish, also begünstigend für Preissteigerungen, denn das globale Ölangebot bleibt knapp, die Energiekrise in Europa verschärft sich und ein Ende des Krieges in der  Ukraine ist nicht abzusehen, so dass die Sanktionen gegen Russland auch weiterhin in Kraft bleiben werden.

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