Schon wieder weniger Gas – Russland drosselt Nord Stream 1 Lieferungen,

Erneut sorgt die Ostseepipeline Nord Stream 1 für Probleme, nachdem der russische Gaskonzern Gazprom gestern verkündete, die Liefermengen drosseln zu wollen. Die ohnehin nur mit 40 Prozent Pipelineauslastung fließenden Gasmengen sollen demnach auf nur noch 20 Prozent sinken. Die EU macht unterdessen den Weg für einen Gas-Notfallplan frei.

 

Habeck wirft Russland „Willkür“ vor
Nord Stream 1 war erst vergangenen Donnerstag nach einer 10tägigen Wartung wieder ans Netz gegangen. Entgegen aller Befürchtungen hatte Russland die Liefermengen in gleicher Höhe wie vor den Wartungsarbeiten zunächst wieder aufgenommen. Nun soll angeblich eine fehlerhafte Turbine schuld an der Drosselung sein – eine Begründung, die Bundeswirtschaftsminister Habeck wiederholt als Vorwand bezeichnete.

 

Dieser hält auch einen neuerlichen kompletten Lieferstopp nicht für unwahrscheinlich und spricht von „Willkür“. „Die 40 Prozent Wiederaufnahme nach der Wartung von Nord Stream 1 waren nie eine Sicherheit“, sagte der Grünen-Politiker in einem Fernsehinterview. Es sei „jetzt keine Überraschung, wenngleich immer wieder ärgerlich, dass Gazprom andere Gründe vorschiebt“. Habeck rief erneut eindringlich dazu auf, den Gasverbrauch zu reduzieren. Die Maßnahmen müssten konsequent weiter umgesetzt werden, so der Minister.

 

EU einigt sich offenbar auf Gas-Notfallplan
Um dies gewährleisten zu können, hat die EU offenbar noch gestern Abend den Weg für einen Gas-Notfallplan freigemacht. Dieser soll noch heute beim Sondertreffen der EU-Energieministerinnen und -minister offiziell bestätigt werden. Der Plan sieht vor, dass die EU-Länder von August 2022 bis März 2023 den Gaskonsum freiwillig um 15 Prozent senken. Bei dramatischeren Engpässen sollen dann auch verbindliche Einsparziele vorgegeben werden können.

 

Bundeswirtschaftsminister Habeck fand gestern doch noch beruhigende Worte und betonte, dass auch bei einer  Abschaltung von Nord Stream 1 noch genug Gas aus anderen Ländern, wie etwa den Niederlanden und Norwegen geliefert würde. Man arbeite „mit Hochgeschwindigkeit“ daran, dass mehr Gas komme. „Wir werden auch in der Lage sein, die Speicher weiter zu füllen. Wie schnell und wie groß, das wird sich zeigen.“

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